Traditionelle Sammelaktion von Tür zu Tür

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Ender Konfirmanden erbitten Geld für Kinder der Oberlinschule

In diesen Tagen sind wieder rund 70 Mädchen und Jungen in Herdecke-Ende eine Woche lang unterwegs, um die traditionelle Sammlung für die Evangelische Stiftung Volmarstein durchzuführen. Sie sind mit persönlichen Sammellisten ausgestattet, die mit Siegel und Unterschrift des Pfarrers versehen sind. Mit dem Geld, das dabei zusammenkommt, sollen wichtige Materialien für die Oberlinschule angeschafft werden, die im normalen Etat nicht enthalten sind.
Mehr Infomationen? Lesen Sie "weiter"! Damit die Konfirmanden den Menschen an der Haustür erzählen können, wofür sie sich so einsetzen, haben sie sich wieder einen Vormittag lang zusammen mit ihren Gemeindepfarrern Dörte Godejohann, Guido Hofmann und Karl-Heinz Schanzmann in der ESV über die therapeutischen und sonderpädagogischen Möglichkeiten in dieser Förderschule für körperbehinderte Kinder informiert.
Durch den unmittelbaren Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern der Oberlinschule verloren die Konfirmanden aus Herdecke schnell ihre anfänglichen Schwellenängste und stellten bald fest, dass die Volmarsteiner Kinder trotz ihrer Behinderung auch nicht anders sind als sie, sondern die gleiche Interessen oder Abneigungen haben.
Die Sammelaktion hat in der Kirchengemeinde Herdecke Ende Tradition. Sie wird in dieser Form bereits seit über 25 Jahren regelmäßig durchgeführt. Bevor die Herdecker Konfirmanden für die Bewohner der Stiftung Volmarstein Geld sammelten, war es jahrzehntelang Brauch, Eier zu sammeln. Dies begann in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Superintendent Heinrich Jost, den ehemaligen Volmarsteiner "Krüppelanstalten" in Freundschaft verbunden, startete damals als erster mit seinen Konfirmanden die Eiersammelaktion für die Bewohner der Anstalten. Bis 1934 wurde sie jedes Jahr zur Osterzeit durchgeführt.

1950 kam Pastor Friedrich Türger nach Herdecke-Ende und ließ diese alte Tradition wieder aufleben. Gemeinsam mit seinen Konfirmanden wanderte er nach durchgeführter Sammelaktion über den Harkortberg nach Volmarstein, um dort den "Eiersegen" abzuliefern. Im Jahre seines Ruhestandes (1978) waren es mehrere tausend Eier, die natürlich nicht mehr von den Konfirmanden aus West- und Ostende einfach in Körben und Taschen transportiert werden konnten, sondern mit einem Kleinbus direkt vor die Martinskirche gebracht wurden, um die österliche Fracht geradewegs von dort aus zu verteilen. Türger war wegen seiner großen Beständigkeit beim jährlichen Eiersammeln weithin als der "Eier-Pastor" bekannt.

Die Oberlinschule
Die Oberlinschule ist eine private Ersatzschule und Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“. Trägerin ist die Evangelische Stiftung Volmarstein.
Rund 280 körperbehinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besuchen die Oberlinschule. Neben den Bewohnern der Heime der ESV sind das auch externe Schüler aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis südlich der Ruhr sowie Hagen. Als Ganztagsschule bietet die Oberlinschule vielfältige Möglichkeiten der ganzheitlichen, individuellen Förderung. Die Schüler besuchen die Oberlinschule in der Regel elf Jahre. Zum pädagogischen Konzept gehört die Arbeit der Rehabilitationsmedizin. Carola Wolny-Hubrich