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Die Dorfkirche zu Kirchende
Mitten im Herdecker Ortsteil Kirchende, durch eine Häuserzeile abgeschirmt gegen den Durchgangsverkehr, steht die Ender Dorfkirche. Wer den Kirchplatz betritt, der kann gleich erkennen: Dies ist ein beson­derer Ort. Die alten Grabsteine, jahrzehn­telang an der Kirchenmauer aufbewahrt, sind wieder zwischen die Eichen gestellt und machen deutlich, daß bis vor 150 Jah­ren die Ender ihre letzte Ruhestätte an ihrer Kirche gefunden haben. Der älteste dieser Grabsteine stammt aus dem Jahr 1590 und wurde für BERENT TO OSTENDE JOHANS SONE angefertigt. Die älteste überhaupt in Ende erhaltene Grabplatte steht heute im Turmraum. Sie wurde im Jahr 1549 HERMANN VON DEM VARST (!) gewidmet und lag - wie andere Grabplatten auch -
im Fußboden vor dem Altar.
Betrachten wir zunächst das Äußere der Kirche.
Über den erneuerten Haupt­portalen ist unter den Weihe-Inschriften aus der Bibel die Jahreszahl 1759 ein­gemeißelt. In diesem Jahr wurde die Kirche in ihrer heutigen Form eingeweiht. Vom Vorgängerbau ist nur der Turm erhalten. Das Kirchenschiff, das nur so breit gewesen war wie der Turm, war baufällig und zu klein geworden und
wurde deshalb im Jahre 1756 abgerissen.
Wer das Kirchenschiff auf dem üblichen Weg durch den Turmraum betritt, der hat gleich die beeindruckende Altarwand vor Augen.
Deren Krönung ist der älteste Teil, die Orgel. Ihr Prospekt wurde im Jahr 1663 für die Johannes-Kirche in Hagen geschnitzt. Gut 100 Jahre später erschien die Orgel den Hagenern zu klein und sie verkauften sie im Jahre 1781
nach Ende für 200 Goldtaler. Von dem Rot/Gold-gefaßten Orgelprospekt unter scheidet sich ganz deutlich die Blau-Gold­gefaßte Kanzel aus der Barockzeit, die Friedrich Goswin von Vaerst aus Bochum-­Weitmar nach Ende mitgebracht hat und zwischen Orgel und Altar einbauen ließ. Der Altar gab ursprünglich den Blick frei in die dahinter liegende Sakristei. Zum 150 jährigen Bestehen der jetzigen Kirche, also im Jahr 1909, schuf der Industriemaler Fritz Gärtner das Altarbild:
den auferstandenen Christus zwischen der Dorfkirche und dem Haus Mallinckrodt, dem damaligen Wohnsitz des Malers. Die dazu gehörenden Fenster mit Darstellungen der Geburt und der Kreuzigung Jesu wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Sie wurden ersetzt durch Fenster, die das Leben Jesu und Gleichnisse darstellen.
Besteigen wir die Empore in der Kirche, so erreichen wir auch einen kleinen Raum, der hinter der Empore innerhalb der Mauern des Turmes liegt. Seine Bedeutung ist ungewiß. Vielleicht war er den Herdecker Stiftsdamen vorbehal­ten, wenn sie in Ende am Gottesdienst teilnahmen.
Über diesem kleinen Raum, nur von außen auf einer schmalen Steintreppe er­reichbar, befindet sich der Uhrwerksraum und darüber die Glockenstube. Hier hängen vier Glocken. Drei davon wurden nach dem 1. Weltkrieg, in dem eine der alten Bronzeglocken eingeschmolzen worden war, als Stahlglocken beim "Bochumer Verein" gegossen. Die vierte, bronzene trägt die Jahreszahl 1426 und ist St. Urban geweiht. Sie dient der Gemeinde heute als Vaterunser-Glocke. Ihre Schwester, die Stephansglocke aus dem Jahr 1501, hängt in der Friedhofs­kapelle und ruft die Gemeinde zu den Trauergottesdiensten. So ist die Verbin­dung zwischen Kirchhof und Friedhof bis heute erhalten.
Karl-Heinz Schanzmann
Postkarten von der Dorfkirche
(Innen- und Außenansichten)
sind im Gemeindeamt zu haben !

 
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