Gedanken

Jeder kann ein Engel sein!

„Da muss eine Armee von Engeln unterwegs gewesen sein, dass das noch mal gut gegangen ist,“ sagte letztens ein Mann zu mir. Wer unterwegs ist, kann Erlebnisse erzählen, wo etwas haarscharf war. Sie kennen das bestimmt auch. „Ich bin auf dem Schotter ausgerutscht, habe mir aber nichts gebrochen.“ Oder „Eben auf der Autobahn, da fehlte nur noch ein Zentimeter und es hätte einen Unfall gegeben.“
Jetzt kann man sagen: „Glück gehabt!“ Ich sage: „Gott sei Dank!“

Viele Eltern suchen zur Taufe ihres Kindes einen Satz aus Psalm 91 aus: "Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen." Oft werden Schutzengel zur Geburt oder zur Taufe verschenkt mit der inneren Vorstellung, dass eine schützende Hand das Leben des Kindes begleiten möge.

Kinder fragen ja manchmal so: Gib es Engel „in echt“?
Vielleicht nicht so, wie sie auf Bildern gezeichnet werden.
Aber sie stehen für die schützende und behütende Kraft Gottes.
In der Bibel sind Engel schlicht „Boten Gottes“. Als der Prophet Elia völlig fertig ist, bringt ihm ein solcher Engelbote Brot und Wasser und hilft ihm, wieder auf die Beine zu kommen und Zuversicht zu schöpfen.

Die Männer, die die Jungen aus der Höhle gerettet haben, die hatten keine Flügel. Aber sie hatten kräftige Arme, Wissen, Mut und Feingefühl für die Kinder. Sie wurden ihnen zu Engeln.
Jeder von uns kann einem anderen zum Engel werden, auch wenn man nicht ausgebildeter Rettungstaucher ist. Mit wachen Augen durch das Leben gehen, sehen, was der Mensch neben mir braucht, anpacken, wo Hilfe gebraucht wird, aufmerksam sein und trösten. Vielleicht kann schon ein kleines Kompliment einem anderen Menschen den Tag retten. Um für andere ein Engel zu sein, muss man keine Flügel haben.

Lasst uns füreinander zum Engel werden. Wir brauchen Engel, zu Hause und unterwegs.  Wenn jemand, den ich gerne habe, zu einer Reise aufbricht, habe ich die Bitte um Gottes Begleitung, um einen Schutzengel im Hinterkopf.

Vielleicht mögen Sie den irischen Reisesegen weitergeben an alle, die in dieses Tagen unterwegs sind und an die, die ihre täglichen kleinen Wege vor sich haben:
„Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben, und bis wir uns wiedersehen, möge Gott seine schützende Hand über dir halten.“

Pfarrerin Dörte Godejohann

Gedanken