25/09/2026 0 Kommentare
Was ist Wahrheit?
Was ist Wahrheit?
# Gemeindebrief Nr. 70

Was ist Wahrheit?
Wie ist das bei Ihnen, denken Sie: „Jetzt übertreiben die aber wirklich!“ oder freuen Sie sich über das Bild von der „bunten Dorfkirche“?
Es ist schon spannend, was man heute mit den Bildveränderungsprogrammen alles machen kann. Hätten wir der Dorfkirche mit Hilfe von KI eine Photovoltaikanlage aufs Dach gesetzt, hätten Sie sicherlich erst mal vor Ort gucken müssen, ob das wahr ist oder nicht. (Eine PV-Anlage geht tatsächlich im Moment nicht wegen des Denkmalschutzes.)
Unsere Dorfkirche ist ein Zeichen für eine Wahrheit, die älter ist als unser eigenes kleines Leben. Ihre dicken Mauern sind ein Zeichen von Schutz und Zuflucht in der Not. Hierhin kommen die Menschen mit ihren echten Problemen und Anliegen, Gedanken und Gefühlen. Denn vor Gott muss man sich nicht verbiegen, verkleiden oder verstecken. Hier erfahren Menschen, dass sie gehört werden, dass sie angesehen sind. Gestern und heute. Hier bekommt man etwas geschenkt für das eigene Leben: Vergebung und Ermutigung, Gemeinschaft und neue Hoffnung. Hier entdecken Menschen Halt und Perspektive, wahre Sätze für ihr Leben.
Ich weiß, Kritiker von Religionen sagen: „Das ist doch gar nicht wahr, das ist ausgedacht. Ich glaube nur, was ich sehe.“
Selbst zu Jesu Zeiten fragten sich die Menschen, wer Jesus eigentlich ist. Wirklich der Messias? Ein Prophet? Ein Fresser- und Weinsäufer? Ein neuer König, der anders ist als die Könige der Welt?
„Was ist Wahrheit?“ fragt Pilatus Jesus in einem Kreuzverhör (Joh 18,38a). Und beugt sich dann doch einem vermeintlichen Willen von aufgestachelten Massen und nicht der eigenen Erkenntnis.
Ob alles wahr ist, was in der Bibel steht?
In der Bibel finden wir persönliche Erfahrungen mit Gott, weitererzählt, aufgeschrieben und weitergegeben von Generation zu Generation – und jeder Mensch macht wiederum seine eigenen Erfahrungen mit den biblischen Texten, mit Gott, mit Jesus. Hinter den Worten steckt eine Wahrheit, die tiefer geht – und zwar unabhängig davon, ob ich glaube, dass alles genau so passiert ist, wie es da steht. Das Entscheidende ist, dass ich mich auf den Glauben einlasse, mit Vertrauen und Hoffnung lebe und Liebe weitergebe. Hass und Verachtung haben nichts mit der biblischen Botschaft zu tun.
Was wahr ist und bleibt: Es braucht gute Gebote für das Leben. Das „Ja zum Leben“, die Nächstenliebe und Hilfe für die, die es nicht so leicht haben im Leben. Daran lasst uns gemeinsam festhalten.
Dörte Godejohann
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