EVANGELISCH IN ENDE
GEMEINDEBRIEF DER EV. KIRCHENGEMEINDE ENDE
NR. 70
(JUNI - SEPTEMBER 2026 )
Wenn du Gott EINE Frage stellen könntest
… welche wäre das?
Ui. Eine Weile bin ich sprachlos. Eine sehr schwere Aufgabe! Das will gut überlegt sein. Das ist ähnlich wie mit der guten Fee, bei der man drei Wünsche frei hat … So eine Chance kommt nur einmal im Leben. Da muss alles auf den Punkt genau stimmen.
Dann kommt mir die rettende Idee! Ich bin ja Physiker. Und deswegen weiß ich, dass die Suche nach dieser EINEN Frage schon ausführlich beschrieben wurde. Nicht etwa in irgendwelchen naturwissenschaftlichen Formeln, Gesetzen oder Theorien. Sondern in einer Buchreihe von Douglas Adams: dort geht es um „… die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest …“. DAS ist es doch. Umfassender kann man es nicht formulieren.
Und so schreibt Douglas Adams ganze 5 Bände für den „Anhalter durch die Galaxis“, um schließlich sogar die Antwort auf diese EINE Frage preiszugeben! Sie ist so einfach wie verblüffend. Die Antwort ist 42! In Worten: zweiundvierzig. Jeder Physiker weiß das. Und einige andere wissen das auch …
Aber: So eine komplexe Frage und so eine schlichte wie komische Antwort. Wie kann das sein? - Douglas Adams findet auch hier die Lösung: Er lenkt den Blick von der Antwort zurück auf die Frage, denn die war nicht genau genug formuliert. So fühle ich mich manchmal bei ganz alltäglichen Fragen, die ich an das Internet oder neuerdings an KI Systeme stelle. Ich frage etwas, bekomme „Antworten“ und kann aber gar nichts mit dem Ergebnis anfangen. Die Ursache dafür liegt bei mir: ich stelle schlechte Fragen.
Und so bin ich fast wieder am Anfang aber doch ein kleines Stückchen weiter: Kann und soll ich mich dieser Aufgabe überhaupt stellen? Ist es sinnvoll, das, was mich bewegt, worüber ich mit Gott sprechen möchte und was ich wirklich ganz unbedingt von ihm wissen möchte, auf den Punkt zu bringen und in der EINEN Frage zu formulieren? Ist das nicht vergebliche Liebesmühe, weil das Ziel unerreichbar ist?
Ich gehe in mich und erinnere mich an Elia (1. Könige 19). Er hatte die einmalige Chance und begegnete dem Herrn am Berg Gottes, dem Horeb. Dort passierte es und er sah einen Stumwind und ein Erdbeben, doch das war nicht der Herr. „… und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der Herr nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs. (NGÜ)“ In diesem sanften Windhauch, in dieser zärtlichen Stille offenbarte sich Gott dem Elia.
Das bringt meine Gedanken zum Verstummen und ich werde still. Ich lasse ab von der Suche nach der EINEN Frage. Ich schaue in die Luft. Ich gehe in mich. Ich öffne mich. Und ich bete.
„Gott, der du mich schon kanntest, bevor ich geboren war. Der du mich begleitest und bei mir bist, auch wenn ich nicht an dich denke. Bewahre du meine Gedanken, meine Sorgen, meine Nöte und meine Hoffnungen. Führe mich in meinem Handeln. Sei bei mir jetzt und alle Tage. Schenke mir den Frieden, der höher ist als alle Vernunft und bewahre mein Herz und meine Sinne in Christus Jesus. Amen.“
Sebastian Küstermann
WENN DU GOTT EINE FRAGE STELLEN KÖNNTEST...
Warum, Gott, lässt du die Kriege zu? Es leiden so viele Menschen. Ich habe Angst, dass auch bei uns wieder Krieg herrscht. Ich wünschte, du würdest antworten, dass du die Menschen wieder zur Vernunft bringst und sie ihre Macht in deine Hände geben.
H.S.
91 Jahre
Ich habe meinen Gott gefragt: „Was möchtest DU das ich für DICH tue? DU hast für mich so viel getan; am Kreuz auf Golgatha bist DU für mich gestorben. DEIN Blut hast DU für alle Menschen, auch für mich, vergossen, damit wir in Freiheit leben können. Es wäscht uns rein von aller Schuld und Sünde. Durch DEINE Wunden sind wir geheilt. DU hast so viel für mich getan; was kann ich jetzt für DICH tun?“
Gehe zu den Menschen, die mich noch nicht kennen oder die mich vergessen haben und sage ihnen,dass ich sie bedingungslos liebe und sehnsüchtig darauf warte, sie endlich (wieder) in meine Arme nehmen zu können. Ich will ihr Freund sein und ihnen auf ihrem Lebensweg beistehen.Zusammen finden wir immer einen Weg, den du gehen kannst.“
E.N.
66 Jahre
Wenn Gott allmächtig und barmherzig ist, dürfen dann unschuldige Kinder, die durch Krieg und/oder Krankheit verstorben sind, Gott nach ihrem Tod befragen? Unter menschlichem Ermessen kann man sich das nicht vorstellen.
W.S.
82 Jahre
Wenn Du Gott eine (nur eine!) Frage stellen könntest, welche wäre das?
Lieber Gott kannst du es mir möglich machen mit meiner Familie im Himmel zu sprechen?
Warum gerade diese Frage? Wie hast Du dich entschieden, diese Frage zu stellen?
Ich habe mich entschieden diese Frage zu stellen, da ich gerne noch einiges mit ihnen besprochen hätte oder auch mal gerne ihren Rat gehabt hätte
Angenommen, Gott würde Dir antworten: Was denkst Du, was Gott antworten würde?
Ich denke er würde sagen, nein das kann ich leider nicht. Aber wenn du mit Ihnen sprechen möchtest, hör in dein Herz sie werden dir antworten
Alexandra Lagemann
Wenn Du Gott eine (nur eine!) Frage stellen könntest, welche wäre das?
Warum gibt es Krieg?
Warum gerade diese Frage? Wie hast Du dich entschieden, diese Frage zu stellen?
Für mich war es tatsächlich erst schwer weil es viele Fragen gibt. Gott möchte aber meiner Meinung mach vorallem Frieden. Er hat so eine große Kraft und hat ja alles erschaffen, also warum hat er die menschen so gemacht, das sie sich bekriegen?
Angenommen, Gott würde Dir antworten: Was denkst Du, was Gott antworten würde?
Die Frage finde ich ziemlich schwer. Ich glaube er würde antworten das alle nicht Fehlerfrei sind und auch er Fehler macht.
Henrik Memovic
Welche Frage würden Sie Gott stellen?
Eine ganz persönliche Frage? Warum ist ein Mensch, den ich gernhabe, krank geworden? Warum ist mir dies oder das passiert?
Oder eine Frage nach dem eigenen Glauben? Gott, gibt es Dich wirklich? Welche Religion ist die richtige für mich?
Oder eine Frage nach dem Leben in unserer Welt: Wie konnte es zum Holokaust kommen? Warum tun Menschen anderen Menschen Leid an? Warum gibt es Diktatoren, Gewalt und Kriege? Was kann ich dagegen tun?
Oder eine Frage nach der Verletzlichkeit des Lebens auf der Erde? Warum gibt es Dürren, Erdbeben und Überschwemmungen?
Fragen gehören zu unserem Glauben dazu. Und auch der Zweifel.
Manchmal verändert sich eine Frage, wenn wir aus dem „Warum?“ ein „Wozu?“ machen.
Manche Fragen verändern sich im Laufe des Lebens. Manchmal findet man im Zurückblicken eine neue Perspektive.
Manche Fragen bleiben einfach offen.
Ich glaube: Wenn ich eines Tages meinem Schöpfer gegenüberstehe, werden sich alle meine Fragen klären. Ich werde mit Gottes Blick auf mein Leben sehen, auf die Menschen und die Welt - und ich werde verstehen
Dörte Godejohann
Neuigkeiten
Presbyter Sebastian Küstermann tritt zum 30.11.2026 aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Wir danken ihm für seine langjährige Mitarbeit in der Gemeinde und wünschen ihm für seinen Neuanfang in Süddeutschland Gottes reichen Segen! Im nächsten Gemeindebrief wird mitgeteilt, wen das Presbyterium nachberuft.
Nachbar-Pfarrer Christoph Gerdom geht in Ruhestand. Er wird am 8.11.2026 in der Stiftskirche verabschiedet.
Krankenhausseelsorger Pfarrer Thomas Rechenberg geht in Ruhestand. Er wird am 6.12.2026 um 11:15 Uhr in der Dorfkirche verabschiedet.
Die Trägerschaft des evangelischen Kindergartens Ahlenberg hat gewechselt. Er gehört nun zur Diakonie Mark-Ruhr. Die bewährt gute Arbeit vor Ort bleibt bestehen!
Am Donnerstag, dem 15.10.2026, findet ein „Tag der offenen Tür” für Interessierte für das Jahr 2027 statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Mehr Informationen
Jugendreferentin Fiona Porath ist wieder im Dienst! Wir freuen uns!
Ein herzliches Dankeschön an Yannick Bertmann und Elena Schmitz für die Vertretung.
Weitere spannende Termine finden Sie in unserem Kalender, auf dieser Website und auf unserem Instagram-Account.
80 Jahre Kirchenchor
Ein Fest des Gesangs und der Gemeinschaft
Am 11.10.2026 feiert der Kirchenchor unserer Gemeinde seinen 80. Geburtstag! Ein Anlass, der gebührend gefeiert werden darf.
Der Auftakt des Jubiläums wird ein festlicher Gottesdienst um 10:30 Uhr in der Dorfkirche sein. Im Mittelpunkt steht die Kantate „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von G. P. Telemann, die der Chor unter der Leitung von Anneli Pfeffer mit großer Freude und Hingabe vortragen wird.
Diese Werk, das durch seine lebendige und festliche Musik besticht, wird das musikalische Highlight des GD und lädt die Gemeinde ein sich von den kraftvollen Klängen und der poetischen Botschaft der Musik tragen zu lassen.
Im Anschluss sind alle herzlich eingeladen zu einem Empfang im Martin Luther Gemeindehaus. Bei einer Auswahl an leckeren Häppchen können die Gäste in geselliger Runde auf die letzten 80 Jahre des Kirchenchores anstoßen und sich über die vielen musikalischen Erlebnisse der letzten Jahrzehnte austauschen.
Seit seiner Gründung im Jahre 1946 ist der Chor ein fester Bestandteil des Gemeindelebens und hat vielen Generationen von Sängerinnen und Sängern eine musikalische Heimat geboten. Dabei hat sich der Chor stets dem Ziel verschrieben die Kunst der Kirchenmusik lebendig zu halten und weiter zu geben.
Die Chormitglieder freuen sich darauf diesen besonderen Tag mit vielen Gästen zu teilen und laden alle herzlich ein mitzufeiern.
Lassen Sie sich von der Musik verzaubern und genießen Sie einen Tag voller Gemeinschaft und festlicher Atmosphäre.
Wie möchten Sie Bestattet sein?
Die Friedhofs- und Bestattungskultur ändert sich - auch auf unseren Ender Friedhöfen. So gab es 2025 insgesamt 116 Beerdigungen, 91 als Urnenbeisetzung. Neben dieser deutlichen Tendenz vom Sarg zur Urne geht der Trend auch von der Grabpflege in eigener Regie zu „pflegefreien“ Lösungen
Doch bei der Auswahl einer passenden Grabstätte sind einige Dinge zu beachten. Bei Wahlgräbern ist der konkrete Ort auf dem Grabfeld frei wählbar. Ein Wahlgrab hat vier Urnenstellen, bei einer Sargbestattung dürfen zusätzlich auch zwei Urnen beigesetzt werden. Wenn eine weitere Stelle neu belegt wird, müssen alle vorhandenen belegten Stellen auf die Nutzungszeit des neuen Grabes verlängert werden. Bei Reihengräbern wird der konkrete Ort auf dem Grabfeld der Reihe nach vergeben, ist also nicht frei wählbar. Für Gemeinschaftsgrabstätten sind Namensplatte und Bepflanzung bzw. Pflegevertrag inclusive. Die grundsätzliche Nutzungszeit beträgt bei Urnenbestattungen 25 Jahre und bei Sargbestattungen 30 Jahre.
Der Friedhofsauschuss diskutiert derzeit weitere Möglichkeiten, um unseren Friedhof attraktiv zu halten. Zunehmend beliebt sind Baum- und Waldbestattungen. Die Bilder zeigen hierzu Beispiele aus der Stadt Merzig an der Saar.
Auf dem Gemeindefest am 4. Oktober haben Sie am Stand des Friedhofs die Möglichkeit sich zu informieren und Ihre Anregungen und Wünsche einzubringen. Wenn sie aktiv werden wollen, sind Sie zur Mitwirkung im Friedhofsausschuss herzlich eingeladen. Melden Sie sich einfach im Friedhofsbüro.
Rolf Packroff
600 Jahre Marienglocke
Sonntag, 11.00 Uhr: im Turm der Ender Dorfkirche läutet die erste Glocke im Ton A. 11.05 Uhr: mit dem tieferen Fis kommt die zweite Glocke hinzu. 11.10 Uhr: die größte Glocke setzt im Ton Dis ein, in fünf Minuten beginnt der Gottesdienst. Doch es gibt noch eine vierte Glocke, die die Menschen im Gottesdienst nur leise hören und die das Vaterunser begleitet: die Marienglocke, später auch Urbanglocke genannt.
Während ihre großen Geschwister aus Gussstahl erst etwas mehr als 100 Jahre alt sind, bringt es die Marienglocke aus Bronze auf 600 Jahre! Sie wurde im Jahr 1426 gegossen mit einem Durchmesser von 59 cm. Sie war die kleinste von drei Hauptglocken im Turm. Die größte, die Stephansglocke hängt inzwischen in der Kapelle auf dem Ender Friedhof, die mittlere wurde im 1. Weltkrieg für Rüstungszwecke beschlagnahmt. 1922 wurden dann die heutigen Glocken eingeweiht, gegossen im Bochumer Verein. Und die Marienglocke durfte als Vaterunserglocke im Turm bleiben. Zu ihrem 500-jährigen Jubiläum gab es sogar eine Gedenkmünze.
Glocken gibt es seit über 5000 Jahren, seit ungefähr 1500 Jahren werden sie im Christentum als Rufinstrumente und als Zeichen für liturgische Handlungen eingesetzt. Die Vaterunserglocke steht in der evangelischen Kirche für das gemeinsame Gebet, geistliche Sammlung und Verbundenheit der Gemeinde.
Die Glocke wird mit einem Taster an der Küsterbank rechts vom Altar bei jeder der sieben Bitten im Vaterunser angeschlagen.
Rolf Packroff
Weitere spannende Beiträge und Infos lesen Sie im aktuellen Gemeindebrief!
Alle Gemeindebriefe zum Download